Konvent Trier-Ruwer

Mit der ersten Feier der Eucharistie in der neu eingerichteten Kapelle des neu erworbenen Hauses in Trier-Ruwer wurde der Konvent am 23. Dezember 2015 offiziell eröffnet.   

Seit einigen Jahren ist es bereits ein Thema unter den jüngeren Brüdern, wie das Gemeinschaftsleben der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf denn in Zukunft aussehen könne. Hinzu kam die Frage, wie die Brüder auch außerhalb ihrer Einrichtungen erlebt werden und mit den Menschen einer Gemeinde vor Ort gemeinsam ihren Glauben leben könnten. Auch das letzte Generalkapitel im Herbst 2013 befasste sich mit diesem Thema und kam zu dem Schluss, dass die Lebensgemeinschaften der Brüder zukünftig kleiner, präsenter und lebendiger sein müssten.    

Mit der Eröffnung des Peter-Friedhofen-Hauses in der Koblenzer Altstadt im Oktober 2013 war dies bereits in die Tat umgesetzt worden. Diesem Anliegen sollte nun auch in Trier Raum gegeben werden. Der Verkauf des Hauses in Trier-Ruwer durch die Weißen Schwestern bot dann eine konkrete Gelegenheit. Nach einigen Monaten des Umbaus und der Renovierung konnten die Brüder Antonius, Bernhard, Christophorus Maria, Rainer und ich einziehen.   

Hier gilt es nun sich den ganz alltäglichen Anforderungen zu stellen. Aber wichtiger als die Organisation des täglichen Lebens ist die Erfahrung einer gelebten geistlichen Gemeinschaft. Wir sind dort als kleine Gemeinschaft intensiver miteinander auf dem Weg und im Austausch. Diese Form des Gemeinschaftslebens erfordert ein Mehr an Miteinander im Gespräch und im Wissen umeinander. Das tägliche gemeinsame Gebet in unserer kleinen Kapelle macht dieses Haus zu etwas Besonderem, einem geistlichen Ort mitten im Wohngebiet.   

Es ist wichtig zu betonen, dass es hier nicht um einen „Auszug“ aus der Gemeinschaft geht, sondern darum, in einer anderen Form miteinander als Barmherzige Brüder zu leben. Nicht richtig oder falsch im Hinblick auf den Wohn- und Lebensort der Brüder, sondern anders. So leben ja weiterhin 13 Mitbrüder im Mutterhauskonvent am Brüderkrankenhaus in Trier und gestalten das Gemeinschaftsleben nach den dortigen Gegebenheiten.   

Als Barmherzige Brüder von Maria-Hilf lebten wir schon immer in unterschiedlichen Konventen, auch losgelöst von den Einrichtungen, wie zum Beispiel in Brasilien und in Malaysia. Auch in Deutschland hatte es das früher immer gegeben.   

Für unsere Gemeinschaft ist es ein Zeichen unserer Lebendigkeit, wenn wir in den letzten beiden Jahren zwei neue Konvente mit inhaltlich neuen Konzepten eröffnen konnten, auch gerade dann, wenn wir erleben, dass wir Konvente schließen müssen, wie jüngst den am Brüderkrankenhaus in Paderborn.   

„Die Zeiten ändern sich, das Gute nie!“ - so haben wir vor Jahren einmal unsere Berufungspastoral überschrieben und genau dem dienen auch diese Neuaufbrüche. Ich finde es schön, dass bei uns beides möglich ist: Neues zu wagen und Vertrautes zu bewahren und dass die Mitbrüder frei sind, sich gegenseitig diesen Weg zu gönnen, bei allen Unsicherheiten und (An-)Fragen.