Kloster- und Krankenhauskirche

Klosterkirche der Barmherzigen Brüder in Trier

Nachdem Peter Friedhofen bereits 1853 den ersten Konvent in Trier eröffnete, erwarben die Barmherzigen Brüder 1886 ein größeres Grundstück, auf dem im Laufe der nächsten Jahre Kloster, Krankenhaus und Kirche errichtet wurden. Im Jahre 1888 beschloss man den Bau des Krankenhauses und der Klosterkirche.

Die Pläne für die Klosterkirche wurden bereits 1889 vom Bonner Baumeister und Architekt J. Strecke fertig gestellt. Kirche und Kloster waren als bauliche Einheit geplant, die heute noch, nach vielen baulichen Veränderungen, zu erkennen ist. Die Barmherzigen Brüder halfen selbst begeistert beim Bau mit und am 1. September 1890 wurde die Klosterkirche vom Trierer Bischof Michael Felix Korum feierlich eingeweiht. Leider wurden die Fenster am Ende des Zweiten Weltkriegs völlig zerstört und erst 1948/49 konnte eine Renovierung erfolgen. Im Jahre 1972 wurde die Kirche einer dritten Renovation unterzogen.

Einer dem Ursprung möglichst nahe kommenden Gestaltung folgend wurde die vierte Renovation 1985/86 durchgeführt. Durch das Entfernen der Altarinsel wurde wieder ein homogener Kirchenraum zwischen Chorraum und Vorraum erreicht, die Heiligenfiguren wurden in ihrer ursprünglichen Farbe wiederhergestellt, der Kreuzweg erhielt eine neugotische Holzumrahmung und die Kirche wurde wieder ornamental und mit Naturmotiven - Heilpflanzen - ausgemalt. Die Klosterkirche der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf ist im Stil der Neugotik gebaut und stellt einen einschiffigen, klar gegliederten Baukörper dar. Das Äußere des Kirchenbaus wird von der Verwendung des roten Sandsteines in seinem äußeren Erscheinungsbild bestimmt.

Das Innere der Kirche imponiert als neugotischer, mit Kreuzrippen und fünf Schluss-Steinen überwölbter einschiffiger, lichter Saalraum. Sieben Chorfenster unterbrechen die Wände des Chorraumes. Die Altäre, aus Eichenholz geschnitzt, wurden 13 Jahre nach der Einweihung fertig gestellt und die beiden Seitenaltäre, als Marien- und Josefsaltar erkennbar, sind vom gleichen Typus wie der Hochaltar. Betritt man das Kirchenschiff, wird man von der Fülle der Formen, Farben und Vielfalt der am Gewölbe sprießenden gemalten Gewächse überrascht. Kommt man in den Chorraum, so betritt man eine andere Welt. Harmonie und Feingliedrigkeit der Architektur überraschen ebenso sehr wie die wundervoll verzierten Kreuzrippen, die das Gewölbe bis zu den Spitzbögen der Chorfenster ausfüllen.

Einen unübersehbaren Höhepunkt stellt der aufgefrischte Hochaltar dar. Die Komposition der baldachinartigen Aufbauten gipfelt in mit Fialen und Krabben besetzten Türmchen. Oben die »Herz-Jesu-Statue«, flankiert von zwei Engeln unter Baldachinen. Links die Figuren des Regelvaters St. Augustinus und des Hl. Aloysius. Rechts der selige Br. Peter Friedhofen und der Hl. Johannes von Gott.

Beeindruckt von der Fülle der Farben, Formen und Hochaltarsdarstellungen kehrt man langsam zurück. Vielleicht verweilt der Besucher noch ein wenig. Dieser Ort ist heilig. Hier wohnt verborgen die Herrlichkeit des Herrn. Man kann daran glauben, dass es auf dieser Erde räumlich umschriebene Orte der Berührung zwischen Himmel und Erde gibt. So ein Ort ist die Klosterkirche. Der selige Br. Peter Friedhofen muss es erlebt haben, denn in seinem Vermächtnis für die Barmherzigen Brüder und für alle Besucher der Kirche schrieb er: »Die Kapelle ist auf unserer Welt - liebe Brüder - Euer Paradies, ja Euer Himmel.«

Klosterkirche Trier