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GRÜNDONNERSTAG

02.04.2026

Impuls zum Gründonnerstag

JAHWE – „Ich bin da.“ Dieser Name steht am Anfang von allem. Kein ferner Gott, kein Beobachter aus der Distanz, sondern einer, der sich hineinbegibt: in die Geschichte, in das Leben, in unsere Brüche. Gründonnerstag erinnert daran, dass dieses „Ich bin da“ nicht nur gesprochen, sondern gelebt wird. 

Die Menora, das siebenarmige Licht, steht für diese Gegenwart Gottes. Ein Licht, das nicht blendet, sondern begleitet. Ein Licht, das im Dunkel bleibt. Auch in der Nacht des Verrats verlöscht es nicht. Vielleicht ist es gerade dann am nötigsten, wenn Beziehungen zerbrechen und Vertrauen missbraucht wird. 

Jesus kniet sich nieder und wäscht die Füße. Eine Geste, die alles auf den Kopf stellt. Der, der „Herr“ genannt wird, wird zum Diener. In einer Welt, die Größe mit Macht verwechselt, zeigt sich hier wahre Größe: in der Demut. Nicht als Schwäche, sondern als bewusste Entscheidung zur Liebe. 

Und doch: Mitten in dieser Szene steht der Verrat. Einer aus dem engsten Kreis. Ein Freund. Gründonnerstag ist kein idyllischer Abend. Es ist ein realistischer Blick auf den Menschen – fähig zur Liebe und zum Verrat zugleich. 

Aber genau hier setzt die tiefste Botschaft an: Die Liebe bleibt. Sie kniet trotzdem. Sie dient trotzdem. Sie hört nicht auf. 

Vielleicht liegt der Impuls dieses Tages darin, sich zu fragen: 

Wo kann ich heute Licht sein – wie die Menora? 

Wo bin ich gerufen, mich zu beugen – nicht aus Zwang, sondern aus Liebe? 

Und wo brauche ich selbst die Erfahrung, dass JAHWE sagt: „Ich bin da“ – gerade in meinen dunklen Momenten? 

Gründonnerstag lädt ein, nicht perfekt zu sein, sondern echt. Nicht stark zu wirken, sondern liebend zu handeln. Nicht zu herrschen, sondern zu dienen. Denn dort beginnt das Reich Gottes. (BA) 

Bild: Peter Schäfer (+06.08.2020)

Gründonnerstag