03.04.2026
Impuls am Morgen des Karfreitags
Der Hahn kräht.
Nicht einmal – sondern dreimal.
Und mit jedem Krähen wird es stiller im Herzen von Petrus.
Dreimal hat er gesagt: „Ich kenne ihn nicht.“
Dreimal hat die Angst gesiegt über die Liebe.
Und irgendwo in der Dunkelheit steht Jesus Christus –
geschlagen, verspottet, ausgepeitscht.
Verlassen von den Menschen.
Auch von denen, die ihm am nächsten waren.
Karfreitag beginnt nicht mit Hoffnung.
Er beginnt mit Versagen.
Mit Schuld.
Mit Schmerz.
Der Blick Jesu trifft Petrus.
Kein Vorwurf.
Keine Anklage.
Nur Wahrheit – und Liebe.
Und vielleicht liegt genau darin der tiefste Impuls dieses Morgens:
Dass wir uns wiederfinden in Petrus.
In unseren eigenen Momenten, in denen wir schweigen,
uns abwenden,
nicht zu dem stehen, was wir glauben.
Und dass Jesus uns trotzdem ansieht.
Nicht, um uns zu verurteilen –
sondern um uns zurückzurufen.
Karfreitag ist kein lauter Tag.
Er ist ein ehrlicher Tag.
Ein Tag, an dem wir aushalten,
dass Liebe leidet.
Dass Treue zerbricht.
Und dass Gott trotzdem bleibt. (BA)
Bild: Peter Schäfer (+06.08.2020)