03.04.2026
Impuls am Nachmittag des Karfreitags
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Dieser Schrei von Jesus Christus am Kreuz trifft einen Nerv, der bis heute spürbar ist. Es ist der Moment tiefster Dunkelheit. Verlassenheit. Schmerz. Schweigen.
Karfreitag ist kein leichter Tag.
Das Kreuz steht für Leid, für Unrecht, für alles, was zerbricht.
Die Farbe ist rot – wie Blut, wie Wunden, wie das Leben selbst, das vergossen wird.
Und doch: Gott ist nicht fern von diesem Ort.
Gerade dort, wo alles verloren scheint, ist er gegenwärtig.
„Es ist vollbracht.“
Kein Triumphruf – sondern ein leises, erschöpftes Wort.
Und gleichzeitig: ein Wendepunkt.
Nicht das Ende der Hoffnung, sondern ihr verborgenster Anfang.
Dann kommt die Stille.
Eine Stille, die schwer auszuhalten ist.
Eine Stille, in der Fragen bleiben.
Aber die Stille ist nicht leer.
Ein Engel ist da.
Unsichtbar vielleicht.
Still. Wachend.
Karfreitag sagt:
Du bist nicht allein – auch nicht im Schmerz.
Auch nicht im Gefühl der Gottverlassenheit.
Selbst am Kreuz ist Gott näher, als wir glauben.
Die Hoffnung spricht leise.
Noch nicht laut wie an Ostern.
Aber sie ist da. (BA)
Bild: Peter Schäfer (+06.08.2020)