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OSTERMONTAG

06.04.2026

Impuls zum Ostermontag

EMMAUS 

Zwei Jünger sind unterwegs.
Fort von Jerusalem. Fort von der Enttäuschung.
Ihre Schritte sind schwer, ihre Gedanken kreisen um das, was zerbrochen ist.

Vor ihnen liegt Emmaus –
und dahinter ein Horizont in warmem Orange, Licht, Helle.
Doch noch sind sie nicht dort.
Noch gehen sie im Dazwischen.

Da kommt einer hinzu.
Er geht mit.
Er hört zu.
Er spricht.

Und doch erkennen sie ihn nicht.
Nicht, weil er fern ist –
sondern weil er anders ist, als sie erwarten.

Aber etwas geschieht:
Ein leises Aufleuchten in ihnen.
Ein inneres Berührtsein.
Ein Funke, der größer wird.

„Brannte nicht unser Herz in uns…?“

Das Licht, das vor ihnen liegt,
beginnt bereits in ihnen zu wirken.

Und dann –
ist er weg.

Auch ich bin unterwegs.
Zwischen Zweifel und Hoffnung.
Zwischen Dunkel und Licht.

Wie die Jünger sehe ich oft nur das,
was fehlt, was schmerzt, was unklar ist.

Und doch:
Vielleicht geht er längst neben mir.
Still. Unaufdringlich.
In einem Gespräch.
In einem Gedanken, der mich trifft.
In einem Moment, der mein Herz wärmt.

Ich erkenne ihn nicht immer.

Aber ich kann spüren:
Wann brennt mein Herz?
Wann wird etwas in mir lebendig, hell, weit?

Vielleicht genau dort
ist er mir nahe.

Nicht spektakulär.
Nicht laut.
Sondern im Innersten. (BA)

Bild: Peter Schäfer (+06.08.2020)

Ostermontag - Emmaus