05.04.2026
Impuls zum Ostersonntag
Das Grab ist leer!
Am Morgen steht sie vor dem Grab: Maria von Magdala.
Der Stein ist weggerollt.
Ein goldener Schimmer liegt über der Grabeshöhle – als hätte das Dunkel selbst Licht geboren.
Engel sind da, wo man nur Leere erwartet hätte.
Und doch bleibt die Frage:
Wo ist Jesus?
Jesus Christus ist nicht dort, wo man ihn festhalten wollte.
Maria sieht ihn – und erkennt ihn nicht.
Unfassbar. Unnahbar. Anders.
Vielleicht ist genau das der Anfang von Auferstehung.
Auch ich stehe oft vor meinen eigenen „Gräbern“:
Orte, an denen Hoffnung begraben scheint,
Gewohnheiten, die mich festhalten,
Ängste, die wie ein Stein den Ausgang versperren.
Doch Ostern stellt leise eine unbequeme Frage:
Will ich wirklich, dass der Stein weggerollt wird?
Denn Auferstehung bedeutet nicht, dass alles wieder wird wie früher.
Sie bedeutet Wandlung.
Neues Leben – aber anders.
Maria erkennt Jesus erst, als er sie beim Namen ruft.
Nicht durch das, was sie erwartet.
Sondern durch Beziehung.
Vielleicht erkenne ich Jesus in meinem Alltag oft nicht,
weil ich ihn dort suche, wo er gestern war –
und nicht dort, wo er heute lebendig ist.
Ostern lädt mich ein:
Vielleicht ist die wichtigste Frage heute nicht:
Wo ist Jesus?
Sondern:
Wo übersehe ich ihn gerade – weil er anders ist, als ich dachte?
Und vielleicht ist Auferstehung genau das:
Den Mut zu haben aufzustehen,
ohne schon alles zu verstehen. (BA)
Bild: Peter Schäfer (+06.08.2026)